Banana-Boot Tuning

Nachbau und Benutzung auf eigene Gefahr!!!

Niederholer

Besonders bei stärkerem Wind bauscht sich das Segel, indem es den "Großbaum" (die untere Alustange) nach oben zieht. Dies wird hoch am Wind zwar durch den Zug der Schot ausgeglichen, aber bei achterlicherem Wind ist es nicht zu verhindern. Hier schafft der Niederholer Abhilfe.
Man bohrt ein kleines Loch in die vordere Bank und bindet eine dünne Leine dauerhaft am Großbaum fest. Nachdem das Segel gesetzt ist, zieht man das lose Ende durch das Loch, strafft es so stark wie nötig und knotet es mit einem Slipstek wieder am Großbaum fest.
Durch den nach unten gezogenen Großbaum wird das Segel gestrafft. Je flacher das Segel ist, desto höher kann man an den Wind gehen!


Schwerthalter



links:
Teil an der Bordwand



rechts:
Teil am Seitenschwert

Bei stärkerem Wind geschieht es immer wieder, dass der Wasserdruck das luvseitige Seitenschwert so stark nach außen drückt, dass die Bordwand sich umbiegt und das Schwert praktisch wirkunglos durch das Wasser gleitet, weil es so flach liegt. In Holland, wo es viele große Boote mit Seitenschwertern gibt, dreht man nach jeder Wende bzw. Halse das Luv-Schwert herauf und das Lee-Schwert hinunter. Meine Meinung ist jedoch: warum das Luv-Schwert heraufdrehen, wenn es doch angesichts des Wasserdrucks ganz offensichtlich nötig gebraucht wird, um die Abdrift zu verringern?

Meine Lösung: "Haken" und "Ösen" aus Stahlblech anfertigen, mit denen die Schwerter an der Bordwand gehalten werden. Die Bleche sind etwa 4cm breit und 2mm stark. Weitere Abmessungen spare ich mir - wer in der Lage ist, diese Teile anzufertigen, ist auch fähig, die Maße zu entwerfen. Der "Haken" an der Bordwand ist möglichst weit unten angebracht, um beste Wirkung zu erzielen. Er ist nach hinten offen, damit sich die "Öse" aus dem "Haken" löst, wenn man das Schwert nach hinten dreht. Die Teile sind mit Senkkopfschrauben und Hutmuttern befestigt.


Wanten

Eigentlich wollte ich hier auch ein paar Fotos zeigen, aber es ist sehr schwierig, den Effekt von Wanten anhand von Fotos darzustellen. Wegen mehrfacher Nachfrage begnüge ich mich jetzt mit folgender Beschreibung, damit Interessierte nicht noch länger warten müssen.

Es geht darum, dass das Boot sich umso mehr verdrillt, je stärker der Wind ist. Der Wind drückt den Mast nach Lee und verdreht dadurch den gesamten Bug nach Lee, während der Steuermann natürlich hinten auf der Luvseite sitzt und mit seinem Gewicht das Heck nach Luv verdreht.

Der Hersteller bietet als Abhilfe Gurte an, mit denen der Mast unter der vorderen Bank ausgesteift werden kann. Dieser Effekt ist allerdings relativ gering, und außerdem hindern die Gurte daran, den Raum unter der Bank als Stauraum für Gepäck zu nutzen.

Meine Lösung sind Wanten. Man braucht dazu weiter nichts als nur ein dünnes Seil, etwa sieben Meter lang. In die Mitte knotet man eine feste Schlaufe, die so groß ist, dass man die Mastspitze gerade so hindurchstecken kann. Die Öse, durch die das Großfall gezogen wird, muss die Schlaufe daran hindern, weiter herunter zu rutschen. Jeweils zwei Meter von dieser Mittelschlaufe entfernt knotet man vier kleine Schlaufen, die jeweils etwa 13 cm Abstand untereinander haben. An den Enden des Seils knotet man noch einmal je eine kleine Schlaufe, durch die man das Seilende zieht, um eine bewegliche Schlinge zu erhalten - fertig!


Bevor man nun den Mast in das Loch der vorderen Bank steckt, schiebt man die Mittelschlaufe über die Mastspitze. Dann führt man die beiden Enden des Seils außen am Segel vorbei nach achtern, legt jeweils die Schlinge um die hintere Belegklampe und zieht sie fest. So hat man die Wanten immer im Griff, und so sind sie ganz schlaff und behindern das Segel nicht beim Drehen.

Beim Segeln zieht man nun die luvseitige Want an und hakt die passende Schlaufe in die hintere Belegklampe. Bei schwachem Wind genügt die erste der vier Schlaufen, aber wenn der Wind stärker wird, brauchen wir mehr Zug und nehmen eine der höher gelegenen Schlaufen. Da der Steuermann naturgemäß in der Nähe der luvseitigen hinteren Belegklampe sitzt, wird durch die Want sein Gewicht direkt zu der Mastspitze geleitet, und die Kräfte, die das Boot verdrillen wollen, werden neutralisiert.

Natürlich muss man vor jeder Wende die Want lösen, da sie nach der Wende das Segel behindern würde, und nach der Wende muss man die Want auf der "neuen" Luvseite anspannen.

Und ich darf es nicht verschweigen: Vorsicht vor "Patenthalsen"!!! Man muss sich sehr davor hüten, dass das Segel plötzlich umschlägt, denn dann wird es von der Want aufgehalten und hat den vollen Winddruck, während der Steuermann mit seinem Gewicht nun plötzlich auf der Leeseite sitzt - alles zusammen ergibt ein hohes Kenterrisiko, wenn der Wind stark genug ist. Mir ist genau dies einmal passiert - was mich allerdings nicht daran hindert, meine Wanten auch weiterhin zu benutzen. Man muss nur darauf gefasst sein, im Notfall schnell zu reagieren und die Schlaufe mit dem Ellbogen aus der Belegklampe zu schieben, damit das Segel ungehindert nach vorn drehen kann. Also seid gewarnt: Benutzung auf eigene Gefahr - ich lehne jede Haftung ab!


Trailer

Ich brauchte mal auf die Schnelle einen Trailer. Und weil der Weg mitten durchs Stadtzentrum ging, kam ich auf die Idee, das Boot besonders platzsparend zu transportieren: hochkant! Weitere Einzelheiten spare ich mir. Der Trailer sieht genau so aus, weil ich genau diese Stücke Holz am Straßenrand gefunden hatte. Die Rollen waren die größten, die ich im Baumarkt finden konnte. Was vielleicht nicht so deutlich wird: die einsame Schraube mit Flügelmutter. Sie wird durch das Loch fürs Seitenschwert gesteckt, so wird das Boot auf dem Trailer festgeschraubt. Auch das dünne rote Seil, das das Boot aufrecht hält, braucht auf dem Bild links oben ein genaues Hinschauen. Das dicke blaue Seil verhindert ein Verdrehen des Trailers.